Mi. 17. 04. 2013 um 19:30 Uhr

„Ethik im Gespräch –  Medizin-Ethik – Präimplantations- und Pränataldiagnostik“

Bei „Ethik im Gespräch“ diskutieren Experten in kontroverser Form einen Aspekt praktischer Philosophie und Ethik. Moderator ist der Philosophieprofessor Peter Kampits.

 

 

Bei künstlicher Fortpflanzung kann mit einer sogenannten Präimplantationsdiagnostik, abgekürzt PID, festgestellt werden, ob die zu transferierenden befruchteten Embryonen die Anlage zu einer schweren Erbkrankheit in sich tragen. Solche werden dann ausgesondert und vernichtet. Dies ist für Eltern interessant, bei denen ein oder beide Elternteile die Veranlagung zu einer Erbkrankheit haben. So könnten eine späte Abtreibung aus embryopathischen Gründen (eugenische Indikation) bzw. Fehl- oder Totgeburt verhindert werden. In Österreich ist die PID verboten. Lebensschützer, Konservative und Christen sehen die Gefahr einer Diskriminierung von Kranken und Behinderten in der Gesellschaft. Weiters würde ein gesteigertes, unrealistisches Anspruchsdenken von Eltern auf ein Designer-Baby gefördert. Fertilisationskliniken hingegen werben damit, durch PID und Embyronenselektion die niedrige Erfolgsrate der Künstlichen Befruchtung steigern zu können. Die Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt hat 2012 die Zulassung der PID vorgeschlagen. Befürworter und Kritiker sind in ihren ethischen Standpunkten weit voneinander entfernt.
Es diskutieren der Philosoph Prof. Franz Josef Wetz (Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd), die Ethikerin Prof. Carmen Kaminsky (FH Köln), der Arzt und Medizinphilosoph Prof. Gerrit Kimsma (Freie Universität Amsterdam) und der Moraltheologe Prof. Matthias Beck (Universität Wien).

 

Moderation: Prof. Peter Kampits, Donau-Universität Krems

Redaktion: Mag. Katja Sindemann, Julius Kratky

 

 

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aktualisiert am 18.04.13